Tipps - zum Thema Sprachentwicklung

Der erste Schrei – Mit einem Schrei ab ins Gespräch (ab der Geburt)

Der erste Schrei kennzeichnet den ersten Schritt - von der vollen Verbindung mit der Mama im Bauch in das Gespräch miteinander. Die erste Äußerung um in den Kontakt mit der Umwelt zu gehen.
Das Baby kann seine Bedürfnisse noch nicht genau unterscheiden, sondern eher einteilen zwischen „mir geht´s gut“ oder „mir geht´s nicht gut“. Das Schreien ist das erste Kommunikationsmittel um den anderen dies mituzuteilen.
Denn der Sinn und Zweck von der Sprache ist immer den anderen etwas mitzuteilen, was uns wichtig ist.
 
Förder-Tipps
-          Sprechen Sie viel mit ihrem Kind, wenn Sie sich mit ihm beschäftigen und nehmen Sie viel Blickkontakt auf.
-          Geben Sie ihm altersgerechtes Spielzeug, wie eine Rassel oder ähnliches, lassen Sie ihr Kind die Dinge in den Mund nehmen und bewegen Sie das Spielzeug auch mal vor dem Gesicht und beobachten Sie, ob die Augen dem Gegenstand folgen.
 

Ausprobieren ist angesagt – die 1. Lallphase ( ab ca. 2 Monaten)

Damit ein Laut aus dem Mund herauskommt braucht es schon eine ganze Menge. Circa 100 Muskeln und mehrere Gehirnzentren sind notwendig um eine Lautäußerung zustande zu bringen.
Das Baby probiert aus, wie alles funktioniert und zusammen hängt.
 
Förder-Tipps
-          Wenn Ihr Baby Laute äußert, zeigen Sie, dass Sie sich freuen, dass es mit Ihnen „spricht“
-          Zeigen Sie Ihrem Baby viel, wenn Sie es auf dem Arm herum tragen.
 

Wiederholen macht Spaß – die 2. Lallphase (ab ca. dem 6. Monat)

Jetzt wird es spannend, das Kind fängt an die Laute die aus seinem Mund kommen zu wiederholen und im Dialog mit den Eltern zu treten. Das Kind kann jetzt zwischen Lauten unterscheiden die in der Muttersprache vorkommen und reinen Tönen und Geräuschen.
Damit das Kind so viel ausprobiert ist es sehr wichtig, dass es sich selber und die anderen gut hören kann, denn ohne dieses Feedback nicht, beeinträchtigt dies die weitere Sprachentwicklung nachhaltig.
In dieser Phase hat das Kind schon ein beginnendes Sprachverständnis
 
Förder-Tipps:
-          Rufen Sie Ihr Kind öfters beim Namen
-          Sie können ihrem Kind Gebärden anbieten und diese mit Sprache begleiten: zum Beispiel winken wenn jemand kommt oder geht, eine Handbewegung für essen oder trinken, oder ähnliche Alltagssituationen.
-          Sie können mit ihrem Kind alle möglichen Formen von Bewegungsspielen, einfachen Fingerspielen und kurzen Liedern anbieten.
-          Benennen Sie die Gegenstände, mit denen Ihr Kind sich beschäftigt oder die es sich intensiv anschaut.
-          Wenn Ihr Kind schon 9 Monate oder älter ist können Sie ihm schon leichte W-Fragen stellen, wie zum Beispiel: Wo ist der Ball? Wie macht die Katze?
-          Betrachten Sie Bilderbücher, auf denen nur wenige Dinge auf einer Seite sind und erklären Sie ihrem Kind, was darauf zu sehen ist.
 

Von mamamam zum ersten Wort – die ersten Wörter (ca. 1 Jahr)

Durch den Dialog und die Verstärkung durch die Menschen die mit dem Kind im Kontakt sind lernt es die ersten Wörter. Zuerst entwickelt sich das Sprachverständnis, das bedeutet ein Kind kann zuerst einen Ball zeigen, wenn es dananch gefragt wird, bevor es selber „Ball“ sagt.
Im Schnitt muss ein Kind ein Wort 40mal hören, bis es sich das Wort in Verbindung mit einem Gegenstand sicher gemerkt hat.
Das Kind hat nun fast ein Jahr lang die Menschen um sich herum beobachtet und alles wie ein Schwamm aufgesogen, die Laute, die Mimik, den Tonfall, die Gestik und beginnt langsam den Sinn von der Sprache zu begreifen.
Es beginnt nun alles nachzuplappern und nachzumachen. Dabei klingt nicht alles von Anfang an richtig. Aus der Banane wird vielleicht „nane“ oder aus dem Auto „auo“.
 
Förder-Tipps:
-          Unternehmen Sie viel gemeinsam und benennen Sie, was Ihnen unterwegs begegnet.
-          Wiederholen Sie viel, es muss nicht immer etwas Neues sein.
-          Betrachten Sie Bilderbücher mit Ihrem Kind. Es können auch schon kleine Handlungen stattfinden.
-          Geben Sie Ihrem Kind kleine Aufträge wie z.Bsp. Wo ist denn deine Flasche? und freuen Sie sich gemeinsam, wenn es klappt.
 
 

Jedes Ding hat seinen Namen – aus Wörtern werden Sätze (ab ca. 13 Monaten)

Das Kind weiß jetzt, dass alles seinen eigenen Namen hat. Einzelne Wörter können aber auch schon für einen Satz stehen. Bahar sagt „Auto“ und das kann nicht nur bedeuten: „Ich sehe ein Auto“ sondern vielleicht auch: „Mein Bruder hat mein Auto weggenommen“ oder „Papa ist gerade mit dem Auto heimgekommen“.
Diese Phase nennt man die Einwortphase. Danach folgen kurze Sätze, bei denen das Verb (Tu-Wort) immer noch hinten steht: „Mama tomm“ oder „Papa Auto ade“
 
Förder-Tipps:
-          Sprechen Sie mit ihrem Kind über das was es gerade macht oder zeigen Sie ihm was man damit alles machen kann. Sie können zusammen einen Turm bauen, die Spielzeugtiere fressen lassen oder zusammen eine Blume umtopfen. Sie können ihm dann erklären: Schau mal, wir bauen einen Turm. Jetzt nehme ich einen Bauklotz. Ich stelle den Bauklotz hier drauf. Jetzt werfen wir den Turm um, ...
-          Schauen sie gemeinsam Bilderbücher an, auf denen schon etwas passiert und erzählen Sie was darauf geschieht. Sie können ihrem Kind Suchfragen stellen: Wo ist das Kind? Findest du den Esel? Wenn es schon kleine Sätze sprechen kann, können Sie ihr Kind auch fragen: Was macht denn die Katze?
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Der Wortspurt – Jetzt geht´s los mit dem Wortschatz (ca. 20-24 Monaten)

Wenn Ihr Kind ungefähr einen Wortschatz von 50 Wörtern hat beginnt der Wortspurt. Das bedeutet, dass Ihr Kind innerhalb sehr kurzer Zeit seinen Wortschatz stark erweitert.
Ihr Kind kann schon sehr viele Laute richtig aussprechen, wie z.Bsp. die Vokale (a-e-i-o-u), m, b,p und bald auch f,w,d,n,t und l.
Mit Ende des 2. Lebensjahrs umfasst der Wortschatz bereits 250-300 Wörter.
 
Grammatikregeln und immer mehr Laute- die Sprache wird komplexer
Zwischen 2 und 3 Jahren werden die sprachlichen Fähigkeiten immer besser. Es können schon leichte Mehrwortsätze gebildet werden, die Verben werden schon oft richtig verwendet und es werden immer mehr Adjektive eingefügt (wie heiß, groß, schön oder spitz) wie zum Beispiel: Mein Ball ist schön, oder, Das Auto fährt schnell.
Es werden noch Fehler in der Aussprache gemacht, wie „ich bin derannt“ statt gerannt oder „das ist blaun“ statt braun.
 
Zwischen 3 und 4 Jahren kann das Kind schon kleine Geschichten erzählen, kann jetzt alle Laute und setzt sie überwiegend richtig ein. Es kann schon längere Sätze und auch Vergangenheitsformen richtig, wie beispielsweise „Wir sind nach Hause gefahren und Mama hat uns ein Lied vorgesungen“
Der Wortschatz umfasst jetzt ca. 1500 Wörter.
 
Zwischen 4 und 5 Jahren ist die Sprachentwicklung in ihren Grundzügen weitestgehend abgeschlossen. Das Kind kann auch schwere Lautverbindungen sicher bilden und längere Sätze, auch mit Nebensätzen, richtig bilden.
 
Förder-Tipps
-          Bücher sind ein wichtiger Begleiter in der Sprachförderung. Langsam können die Bücher von Bildern in Geschichten mit Bildern übergehen. Lesen Sie ihrem Kind vor, lassen Sie sich Zeit und besprechen Sie gemeinsam, was in der Geschichte passiert ist.
-          Singen Sie gemeinsam, wenn Sie Lust haben auch mit Musikinstrumenten. Ihr Kind hat bestimmt eine Menge Spaß daran und ein gutes Rhythmusgefühl fördert die Sprachentwicklung
-          Unternehmen Sie viel gemeinsam und unterhalten sich über das was passiert und was sie sehen.
-          Malen Sie mit Ihrem Kind. Zeichnen Sie zum Beispiel den Elefanten, den Sie gemeinsam im Zoo gesehen haben oder den Koffer den Sie für morgen packen wollen
-          Geben Sie ihrem Kind kleine Aufträge, beispielsweise beim Einkaufen soll es drei Sachen finden die Sie brauchen.
-          Fragen-Sagen-Tun: Tun Sie etwas gemeinsam, wie beispielsweise Waffeln backen. Besprechen Sie jeden Schritt: Was brauchen wir? Ja, genau eine Schüssel. Dann holen sie zusammen eine Schüssel aus dem Schrank.
 

 terminating

 

Noch ein paar allgemeine Tipps zum Thema Sprache fördern:

 
Hören Sie aktiv zu:
Wenn ihr Kind Ihnen etwas erzählen will, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, schauen ihr Kind an und hören zu. Wenn ihr Kind noch Schwierigkeiten mit der Grammatik oder den richtigen Wörtern hat, wiederholen sie sinngemäß, was ihr Kind gerade gesagt hat, in korrekter Form.
Beispiel: Das Kind erzählt: „Bruder haben nehmt Teddybär.“ Dann wieder holen Sie: „Was? Dein Bruder hat dir den Teddybär weggenommen?“ Das ist viel besser, als das Kind direkt zu korrigieren.
Wenn Sie wiederholen, was Sie verstanden haben, hört ihr Kind alles noch mal richtig und kann Sie falls es etwas anderes gemeint hat verbessern.
 
 
Ein Wort zum Fernsehen
Sprache kann nicht über das Fernsehen gelernt werden, sondern nur über den Dialog. Während des Fernsehens ist das Gehirn in einer Art Dämmerschlaf, nur ein kleiner Bereich im Sehzentrum arbeitet. Vieles kann nicht verarbeitet werden und die Kinder sind anschließend ganz aufgedreht und unruhig. Am besten lassen Sie ihr Kind wenig fernsehen, bleiben Sie dabei und am allerbesten nehmen Sie zwei oder drei verschiedene Sendungen auf (z. B. die Sesamstraße oder das Sandmännchen) und das Kind darf sich dann immer eine der drei Aufnahmen ansehen. Eine gute Empfehlung ist Kinder im Alter zwischen 3 und 6 schauen täglich allerhöchstens eine halbe Stunde fern, Kinder unter 3 Jahren gar nicht.